Warum
Ihnen das Wasser bis zum Hals stehen sollte.
Eine
Badewanne voll Wasser.
Stellen Sie sich eine Wanne mit Wasser vor: Das Wasser
ist die Liquidität,
die Ihnen zur Verfügung steht, um Ihren Zahlungsverpflichtungen
nachzukommen. Gleichzeitg fließt ständig neues Wasser
aus dem Hahn herein: aus Ihren Umsätzen, aus Verkäufen
von Anlagevermögen, aus Kreditaufnahmen oder aus Gesellschaftermitteln.
Leider fließt auch ständig Wasser aus dem Abfluss:
Ihre Kosten, für Ihre Lieferanten, Tilgungen an die Bank,
Investitionen, aber auch für Ihre Entnahmen oder Gewinnausschüttungen.
Je nachdem, ob mehr Wasser zu- oder abfließt, erhöht
oder senkt sich der Pegel in Ihrer Wanne: die Liquidität
verändert sich. Diese Veränderung der Liquidität
während eines Zeitraumes (z.B des Geschäftsjahres) ist
der Cash Flow.
Wenn Sie sich jetzt
vorstellen, dass es nicht nur einen, sondern mehrere Wasserhähne
gibt, dann erkennen Sie auch die unterschiedlichen Arten des Cash
Flow:
- aus operativer Tätigkeit
Dieser Cash Flow ist die Differenz aus Ihren effektiv erhaltenen
Einnahmen und Ihren zahlungswirksamen Aufwändungen. Abschreibungen
z.B. sind zwar ergebniswirksam, aber nicht zahlungswirksam: Sie
bezahlen dafür ja keine Rechnung, müssen nichts irgendwohin
überweisen. Ähnlich ist es bei aktivierten Eigenleistungen:
Zwar erhöhen diese Ihre Gesamtleistung, aber nicht Ihren
Kontostand. Und auch Umsätze sind nicht automatisch Cash
Flow: erst wenn die zugrunde liegenden Forderungen bezahlt werden
entsteht ein Zahlungsfluss durch den "Wasserhahn".
- aus Investitionstätigkeit
Der Kauf von Investitionsgütern oder einer Betriebsimmobilie
belastet die Liquidität sehr hoch - sie ist cash flow-wirksam:
Sie müssen für die Investition bezahlen. Umgekehrt ist
es beim Verkauf von Anlagegütern: Sie erhalten Geld. Beide
Aktivitäten haben aber keine unmittelbare Auswirkung auf
Ihr Jahresergebnis: Die Investition wird nicht als Kosten gebucht
(abgesehen von Anschaffungsnebenkosten und den aus der Anschaffung
resultierenden Abschreibungen). Bei dem Verkauf von Anlagegütern
wird lediglich die Differenz zwischen erzieltem Kaufpreis und
dem Buchwert gebucht - nicht jedoch der gesamte Zahlungsfluss.
Für die Ermittlung
des Cash Flow aus Investitionstätigkeit sind also ausschließlich
die gezahlten bzw. erhaltenen Kaufpreise Ausschlag gebend - und
zwar nur in der Höhe, in der sie auch tatsächlich flossen
(bei Ratenzahlung). Wenn Sie also ein neues Betriebsgebäude
errichten, fließt ordentlich Wasser aus Ihrer Wanne, vielleicht
mehr, als eigentlich darin ist.
Da hilft dann der Cash Flow
- aus Finanzierungstätigkeit
Ein neuer Kredit erhöht sofort Ihre Liquidität - die
Bank pumpt Wasser in Ihre Wanne und erhöht den Pegel. Aber
auch der Zufluss aus Gesellschaftermitteln z.B. in Form von Kapitalerhöhungen
zählt zu dieser Form des Cash Flow.
Tilgungen auf Kredite
belasten Ihren Cah-Flow und verringern Ihre Liquidität.
Und Sie sehen auch hier:
mit Ihrer Gewinn- und Verlustrechnung hat Ihre Finanzierungstätigkeit
zunächst wenig zu tun - eine Kreditaufnahme verändert
Ihren Gewinn nicht (nur die darauf zu zahlernden Zinsen).
Liquidität
sind also die gesamten Mittel, die Ihnen zur Bezahlung aller Ihrer
Verbindlichkeiten zur Verfügung stehen. Sie ist eine statische
Größe.
Cash Flow ist die
Veränderung dieser Mittel während eines Zeitraumes.
Es ist der Betrag, mit dem Sie Ihre laufenden Verpflichtungen
bezahlen können. Er ist eine dynamische Größe.
Für Banken sind
diese beiden Größen entscheidende Kennziffern beim
Rating. Sie prüfen damit ganz einfach, ob genug Wasser in
der Wanne ist, um darin baden zu können. Und ob genug Wasser
nachfließt, damit sie nicht leer läuft. Denn in einer
trockenen Wanne kann man nicht baden: Ist keine Liquidität
mehr da, können auch die Kredite bei der Bank nicht mehr
bezahlt werden!
Liquiditätsmanagement ist daher
eine ganz wichtige Aufgabe im Finanzwesen. Wir helfen Ihnen gerne
dabei!