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Finanzkrise – hat nur die Mathematik versagt?

Wie konnte es zur aktuellen Finanzkrise kommen?

Unter dieser Frage berichtet die Fachzeitschrift „Risikomanager“ über ein Forschungsprojekt von Prof. Dr. Thorsten Schmidt, Inhaber der Professur Finanzmathematik an der TU Chemnitz. Er kommt zu dem Ergebnis, dass bei einer konsequenten Anwendung von Finanzmathematik und Statistik vielfach Verluste hätten vermieden werden können. Die hohe Komplexität moderner Finanzinstrumente und deren erst kurze Existenz mache ein angemessenes Risikomanagement zwar schwierig, aber nicht unmöglich.

Lesen Sie hier den Artikel aus „Risikomanager“ vom 18.02.2009.

Sind es wirklich nur die Werkzeuge, die versagen? Eine, von mir vielleicht überspitzt formulierte, Schlussfolgerung aus der obigen Analyse würde lauten: „Hätten wir bessere Werkzeuge zur Risikoeinschätzung und diese intensiver genutzt, dann wäre es nicht zu einer Finanzkrise gekommen.“

Haben nicht doch die Menschen versagt?

Die Risiken sind von Menschen eingegangen worden, und dies ganz offensichtlich, obwohl sie diese weder einschätzen noch managen konnten – insoweit stimme ich Prof. Schmidt zu. Diese Menschen haben damit in meinen Augen versagt und tragen die „Schuld“ am Finanzdesaster, nicht die mangelnde Qualität ihrer Werkzeuge. Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Hätten womöglich noch ausgefeiltere Instrumente zum Risikomanagement vorgelegen – wer weiß, ob dann nicht noch extremere Risiken eingegangen worden wären? So wie manche Autofahrer Airbags und ABS als Alibi hernehmen, noch riskanter zu fahren: „Die Technik wird mich schon schützen!“

Ist falsch verstandener Ehrgeiz die Ursache?

„Eigenkapitalrendite über 25%“, hohe Bonizahlungen, Marktführerstreben, Aktionärsdruck, vierteljährliche Performancemessungen, Machtstreben, Ehrgeiz, GIER – dies sind für mich die Ursachen der Finanzkrise. Alle diese Ursachen werden gefordert und gefördert in unserem System. Und deswegen werden wir die Ursachen und Gründe für eine solche Finanzkrise innerhalb unseres Systems vielleicht kaschieren oder zähmen können, aber nicht beseitigen. Ausgefeilte Instrumente weiter zu verbessern, setzt nur an den Auswirkungen, nicht an den Ursachen an.

Wir brauchen eine neue Managerkultur.

In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ sieht der Unternehmer Andreas Jacobs, Präsident der Jacobs Holding, die Ursachen für die Finanzkrise auch in einer Unternehmerkultur, bei der Profitmaximierung um jeden Preis im Vordergrund steht. Soziale Aspekte werden diesem kurzfristigen Performancedenken untergeordnet. Er fordert mehr soziale Verantwortung und langfristiges Erfolgsdenken von Managern in der heutigen Zeit. Eine Krise. wie wir sie gegenwärtig erleben, wird sich dann nicht wiederholen.

Das vollständige Interview mit Andreas Jacobs

Es kann sicher nicht schaden, wenn sich mehr und mehr Verantwortliche in Wirtschaft und Politik die Worte von Andreas Jacobs zu Herzen nehmen.

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