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Neulich bei der Bank… (1)

Achtung: keine Satire!

Ausgangssituation: Ein Unternehmer mit überwiegend Industriekunden (DAX 30) kommt in Probleme: Auf Grund der Krise werden bereits erteilte Aufträge und Projekte storniert, Zahlungsziele willkürlich verlängert. Folge: Liquidität weg. Es wird bereits kurzgearbeitet.

Unternehmer akquiriert neue Kunden, entwickelt neue Projekte. Fortführungsprognose positiv. Es wird eine Überbrückungsfinanzierung benötigt, ca. 180.000 Euro.

Banktermin: Wir wollen Fördermittel des Bundes für „durch die Krise in Not geratene Unternehmen“. Diesen Topf gibt es, wir würden aber auch jeden anderen nehmen. Am Tisch sitzt auch der Förderexperte der Bank.

Förderexperte: erklärt uns an Hand eines Schaubildes, wie die Risikoklassen in seinem Institut ermittelt werden. Erläutert die Bonitätsklassen von 1- 6.

Unternehmer: Ich habe Probleme wegen Umsatzeinbruchs und verändertem Zahlungsverhalten meiner Kunden – deswegen bin ich ja hier. Meine Bonitätsklasse ist nach Ihren Kriterien „6“.

Förderexperte: Das ist schlecht. Dann scheiden Sie leider aus. Können Sie Sicherheiten stellen?

Unternehmer: Nein, Sie haben schon alles für die Investitions- und private Immobilienfinanzierung. Und meine Altersvorsorge habe ich bereits beliehen, um die vergangenen drei Monate zu überstehen.

Förderexperte: Dann erfüllen Sie leider nicht unsere Anforderung an die Risikoklasse. Wir können Ihnen nicht weiterhelfen.

Unternehmer: Aber die Fördermittel sind doch für Unternehmen gedacht, denen es schlecht geht, oder?

Förderexperte: Ja, schon. Aber Sie erfüllen unsere Kriterien nicht.

Unternehmer: Vielleicht mit einer Landesbürgschaft?

Fördererxperte: Im Prinzip ja. Aber dafür werden die Kriterien für gesunde Unternehmen vorausgesetzt.

Aha! Wir fassen zusammen:

Geht es einem Unternehmen schlecht genug, um an den Sondertopf für „notleidende Unternehmen“ zu kommen, geht es ihm zu schlecht für die Bank!

Geht es ihm gut genug, um eine Landesbürgschaft zu erhalten, braucht es diese nicht: es würde das Geld auch ohne bekommen.

Absurdistan mitten in Deutschland!

Es gibt natürlich Ausnahmen, z.B. wenn man „Opel“ heißt. Aber hier ging es ja „nur“ um 13 Arbeitsplätze. Von denen jetzt allerdings 11 gekündigt werden mussten…

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