Kokedera im Internet

    Twitter TwitterFacebook FacebookSlideShare SlideShareXing Xing

    Rufen Sie doch mal an:

    +49/385/589 33 715

Warum Kredite so teuer sind

Die Zinsen sind niedrig wie noch nie – und die Kredite sind immer noch teuer? Warum ist das so? Wie errechnen sich eigentlich die Kosten für einen Kredit?

Der „Preis“ für einen Kredit setzt sich aus vier Komponenten zusammen:

1. Der Einstandssatz: Die Bank verleiht ja nicht „ihr“ Geld, sondern Geld, das sie sich selber geliehen hat: von den Guthaben ihrer Kunden, von anderen Banken oder – neuerdings – vom Staat. Dafür zahlt sie ja auch einen Zins. Dieser bewegt sich zwischen ca. 0,3% (für kurzfristiges Geld bis maximal 1 Jahr Laufzeit) und ca. 4% (für langfristiges Geld: 1 – 10 Jahre).

2. Die Risikokosten: Wenn nur ein Kredit von hundert Krediten ausfällt, also nicht zurückgezahlt werden kann, bedeutet dies bereits 1% Risikokosten. Diese Kosten müssen natürlich auch berücksichtigt werden.

Die momentane Wirtschaftslage lässt diese Risikokosten zur Zeit stark steigen, da die Anzahl der Insolvenzen (und damit die ausgefallenen Kredite) voraussichtlich deutlich zunehmen wird.

Trotzdem kann der einzelne Kreditnehmer diese Kosten in einem gewissen Rahmen beeinflussen: Je besser sein individuelles Ratingergebnis, also die Beurteilung seiner Bonität, desto geringer die von ihm anteilig zu zahlenden Risikokosten. Oder er stellt belastbare Sicherheiten.

3. Die Verwaltungskosten: Eine Bank zu führen, verursacht Kosten. Dazu gehören nicht nur die Personalkosten für den Kundenbetreuer und den Kreditsachbearbeiter, sondern auch für den Vorstand, die Stabsabteilungen, den Pförtner und den Twitter-Freak in der PR-Abteilung. Und natürlich die Aufwendungen für ein extrem komplexes IT-System, das es z.B. ermöglicht,  an jedem Ort auf der Welt zu jeder Tag- oder Nachtzeit Geld aus einem Automaten zu ziehen…

Der Anteil der Verwaltungskosten sollte nicht höher als 60% des Zinsüberschusses betragen, also nehmen wir mal etwa 2,5% (schafft in Deutschland keine Bank…).

4. Die Eigenkapitalkosten: auch die Rendite genannt. Ein „böses“ Wort. Andererseits: Könnte man mit dem Betreiben einer Bank kein Geld verdienen, gäbe es keine. Wär irgendwie auch nicht gut. Ob es nun gleich 25% sein müssen…? Aber es sollte mehr sein, als im Sparstrumpf, sagen wir mal so etwa 15%.

Da auch eine Bank bei der Herausgabe eines Kredites „Eigenkapital“ einsetzen muss, und zwar gesetzlich vorgeschrieben mindestens 8% der Kreditsumme, machen 15% Rendite auf diese 8% Eigenanteil bereits 1,2%-Punkte bei dem Zinssatz aus.

Und damit sind wir jetzt schon dabei, die Kreditkosten – als Daumenregel – kalkulieren zu können:

ca. 1,0% Risikokosten

+ 2,5% Verwaltungskosten

+ 1,2% Eigenkapitalkosten

= 4,7% Aufschlag auf den Einstandssatz.

Da Banken aber eine Mischkalkulation vornehmen und auch noch andere „weiche“ Faktoren (Art des Kredites, Bearbeitungsaufwand) eine Rolle spielen, variieren die Zinssätze z.T. erheblich.

Aber wenn man weiß, wie sie sich errechnen, kann man auch besser mit der Bank über die Kreditkosten verhandeln.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*